Oncologist-approved cancer information from the American Society of Clinical Oncology

Brustkrebs

Dieses Kapitel wurde durch die Herausgeber von Cancer.Net im 8/08

Übersicht

In den USA ist der Brustkrebs der am Häufigsten vorkommende Krebs bei Frauen (unter Ausschluss von Hautkrebs) und die zweithäufigste Todesursache von Krebs bei Frauen, nach Lungenkrebs. Männer können auch Brustkrebs bekommen, aber Brustkrebs beim Mann ist selten und macht weniger als 1 % aller Brustkrebsfälle aus.

Die Brust besteht vor allem aus Fettgewebe. Innerhalb dieses Gewebes besteht ein Netzwerk von Lappen, die durch feine, schlauchartige Strukturen – genannt Läppchen – gebildet werden, die die Milchdrüsen enthalten. Feine Gänge verbinden die Drüsen, Läppchen und Lappen und bringen die Milch von den Lappen zur Brustwarze, die sich in der Mitte des Warzenhofes (Areola, das dunklere Gebiet, das die Brustwarze umgibt) befindet. Blut- und Lymphgefässe ziehen durch die Brust. Blut ernährt die Zellen und das Lymphsystem entsorgt Abfallprodukte des Körpers. Die Lymphgefässe münden in Lymphknoten. Dies sind kleine, bohnenförmige Organe, die normalerweise helfen, Infektionen zu bekämpfen.

Ungefähr 90 % aller Brustkrebsfälle beginnen in den Gängen oder Lappen. Ungefähr 75 % aller Brustkrebse gehen von den Zellen aus, die die Milchgänge auskleiden, und werden duktale Karzinome genannt. Krebs, der in den Lappen beginnt, wird lobuläres Karzinom genannt. Wenn die Krankheit sich ausserhalb des Ganges und in das umgebende Gewebe hinein ausgedehnt hat, bezeichnet man sie als invasives oder infiltrierendes duktales Karzinom. Wenn sich die Krankheit ausserhalb des Läppchens ausgedehnt hat, wird sie invasives oder infiltrierendes lobuläres Karzinom genannt. Eine Krankheit, die sich nicht ausgedehnt hat, wird „In situ“ genannt, das bedeutet „am Ort“. Der Verlauf einer in situ-Erkrankung wie auch ihre Behandlung hängt davon ab, ob es sich um ein duktales Karzinom in situ (DCIS) oder um ein lobuläres Karzinom in situ (LCIS) handelt.

Zu Zeit empfehlen Onkologen, dass das DCIS, welches die Mehrzahl der in situ-Brustkrebse ausmacht, chirurgisch entfernt wird, um möglichst den Übergang des Krebses in einen invasiven Brustkrebs und die Ausdehnung in andere Teile des Körpers zu verhindern. Zusätzlich zur Operation können auch eine Strahlentherapie und eine Hormontherapie für ein DCIS empfohlen werden.

LCIS wird nicht als Krebs betrachtet und wird üblicherweise durch den Arzt nachkontrolliert. LCIS ist ein Risikofaktor für Brustkrebs (siehe Risikofaktoren).

Andere, weniger häufige Arten von Brustkrebs schliessen medullären, muzinösen, tubulären, metaplastischen oder papillären Brustkrebs ein. Inflammatorischer Brustkrebs ist eine schneller wachsende Art von Krebs, die etwa 1 – 5 % aller Brustkrebs-Fälle ausmacht. Er kann als Infektion der Brust fehlinterpretiert werden, weil oft eine Schwellung der Brust vorliegt und eine Rötung der Haut der Brust. Die Paget’sche Erkrankung ist eine Art von in situ-Krebs, der in den Gängen der Brustwarze beginnen kann. Die Haut erscheint oft rau und kann jucken.

Krebs kann als eine einzelne, genetische abnormale Zelle beginnen. Wenn sich diese eine Zelle weiter teilt, kann sie schliesslich zu einem Tumor (einem Zellhaufen) werden und entwickelt eine eigene Blutversorgung, um ihr fortgesetztes Wachstum zu ermöglichen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt können sich Zellen vom ursprünglichen Zellhaufen ablösen und sich in andere Körperteile bewegen in einem Vorgang, den man Metastasierung nennt.

Brustkrebs dehnt sich aus, wenn Brustkrebszellen sich durch Blut- und/oder Lymphgefässe an andere Orte im Körper hin bewegen. Ein üblicher Ausbreitungsort sind die regionalen Lymphknoten. Die Lymphknoten können axillär (in der Achselhöhle, unter dem Arm), zervikal (am Hals) oder supraklavikulär (gerade oberhalb des Schlüsselbeins) sein. Die häufigsten Orte einer Fernmetastasierung sind Knochen, Lungen und Leber. Weniger häufig kann Brustkrebs sich auch ins Hirn ausdehnen. Der Krebs kann auch wiederauftreten (Zurückkommen nach einer Behandlung, Rückfall), und zwar lokal in der Haut, in der gleichen Brust (wenn diese nicht als Teil der Behandlung entfernt worden war), in anderem Gewebe der Brustwand oder anderswo im Körper.

Meistens wird Brustkrebs diagnostiziert und behandelt, bevor Metastasen auftreten. Entsprechend den letzten Zahlen des National Cancer Institute (NCI, offizielles Krebsinstitut der USA) werden 61 % der Krebsfälle diagnostiziert, während der Krebs noch auf die Brust beschränkt ist; 31 % werden diagnostiziert, nachdem sich der Krebs in die benachbarten Lymphknoten oder gerade ausserhalb der Brust ausgedehnt hat; und 6 % werden diagnostiziert, wenn der Krebs bereits über die benachbarten Lymphknoten hinaus metastasiert hat.

Statistik

Im Jahr 2008 wurde bei ca. 182'460 Frauen in den USA ein invasiver Brustkrebs diagnostiziert, und bei 67'770 Frauen wurde ein in situ-Brustkrebs diagnostiziert. Bei rund 1'990 Männern in den USA wurde ein Brustkrebs entdeckt. Es wird geschätzt, dass sich durch diese Krankheit 40'930 Todesfälle (40'480 Frauen, 450 Männer) in diesem Jahr ereignen.

Wenn der Krebs auf die Brust beschränkt ist, liegt die Fünfjahres-Relative-Überlebensrate (Prozent der Patienten, die mindestens fünf Jahre nach Entdeckung des Krebses überleben, ausschliesslich diejenigen, die an einer anderen Erkrankung sterben) bei 98 %. Wenn der Krebs sich in regionale Lymphknoten ausgedehnt hat, liegt die Fünfjahres-Relative-Überlebensrate bei 84 %. Wenn der Krebs sich an entferntere Orte ausgedehnt hat, beträgt die Fünfjahres-Relative-Überlebensrate 27 %. Sogar wenn der Krebs in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird, können neue Therapien viele Menschen mit Brustkrebs in die Lage versetzen, dieselbe Lebensqualität wie vor der Diagnose zu haben.

Es ist wichtig festzuhalten, dass dies Durchschnittszahlen sind, und das Risiko jedes einzelnen Individuums von vielen Faktoren abhängt, einschliesslich die Grösse des Tumors und die Anzahl positiver Lymphknoten (Lymphknoten, die Krebs enthalten). Die Überlebensrate ist höher und das Risiko des Rückfalls ist geringer für kleinere Tumoren mit negativen Lymphknoten (Lymphknoten, die keinen Krebs enthalten). Die Rückfallrate nimmt zu mit steigender Tumorgrösse und steigender Zahl positiver Lymphknoten.

Seit 1990 hat die Zahl der Frauen, die an Brustkrebs gestorben sind, stetig jedes Jahr abgenommen. Bei Frauen im Alter unter 50 hat eine Abnahme um 3.3 % pro Jahr stattgefunden. Bei Frauen im Alter von 50 und älter lag die Abnahme bei 2 % pro Jahr. Zurzeit leben etwa 2.5 Mio. Frauen in den USA, bei denen ein Brustkrebs diagnostiziert und behandelt worden ist.

Krebs-Überlebens-Statistiken müssen mit Vorsicht interpretiert werden. Diese Schätzungen basieren auf Zahlen von jährlich tausenden von Fällen dieses Krebstypes in den USA, aber das aktuelle Risiko für ein bestimmtes Individuum kann abweichen. Es ist nicht möglich, einer Person zu sagen, wie lange er oder sie mit Brustkrebs leben wird. Weil die Überlebensstatistiken in Fünf-Jahres-Intervallen (oder manchmal Ein-Jahres-Intervallen) gemessen werden, können sie möglicherweise Fortschritte, die in Behandlung und Diagnose von Brustkrebs gemacht wurden, nicht wiedergeben.

Statistiken adaptiert von der Publikation der American Cancer Society, Cancer Facts & Figures 2008.



Last Updated: June 30, 2009

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