Oncologist-approved cancer information from the American Society of Clinical Oncology

Lungenkrebs

Dieses Kapitel wurde durch die Herausgeber von Cancer.Net im 11/08

Übersicht

Jedes Jahr erkranken mehr als 200'000 Amerikaner an Lungenkrebs. Auch wenn Zigarettenrauchen die Hauptursache ist, kann jedermann einen Lungenkrebs bekommen. Lungenkrebs ist immer behandelbar, unabhängig von der Grösse, Lokalisation oder der Krebsausdehnung.

Die Lungen nehmen Sauerstoff aus der Luft auf und geben den Sauerstoff ans Blut ab, das ihn in den Rest des Körpers weitergibt. Wenn die Körperzellen Sauerstoff verbrauchen, geben sie Kohlendioxid ab. Im Blutstrom wird das Kohlendioxid zurück in die Lungen gebracht und das Kohlendioxid verlässt den Körper, wenn die Menschen ausatmen. Die Lungen enthalten viele verschiedene Zellarten. Die meisten Zellen in der Lunge sind so genannte epitheliale Zellen. Epitheliale Zellen bilden die Oberfläche der Luftwege und produzieren Schleim, der die Lungen befeuchtet und schützt. Die Lungen enthalten auch Nervenzellen, Hormon-produzierende Zellen, Blutzellen und Struktur- oder Trägerzellen.

Es gibt zwei Hauptarten von Lungenkrebs: Nicht-kleinzellig und kleinzellig. Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC, non-small cell lung cancer) entsteht aus epithelialen Zellen und ist der häufigste Typ. Kleinzelliger Lungenkrebs (SCLC, small cell lung cancer) geht von den Nervenzellen oder hormonproduzierenden Zellen der Lunge aus. Der Begriff „kleinzellig“ bezieht sich auf die Grösse und die Form der Krebszellen, wie sie unter dem Mikroskop erscheinen. Es ist wichtig für die Ärzte, den nicht-kleinzelligen vom kleinzelligen Lungekrebs zu unterscheiden, weil diese zwei Krebsarten üblicherweise unterschiedlich behandelt werden.

Lungenkrebs beginnt, wenn Zellen in der Lunge unkontrolliert zu wachsen beginnen und einen Knoten bilden (auch Tumor, Masse, Läsion, Rundherd genannt). Ein Tumor kann gutartig (nicht krebsartig) oder bösartig (Krebs) sein. Ein krebsartiger Tumor ist eine Ansammlung einer grossen Anzahl von Krebszellen, die die Fähigkeit haben, sich in andere Teile des Körpers auszudehnen. Ein Lungentumor kann irgendwo in der Lunge beginnen.

Wenn ein Lungenkrebs einmal zu wachsen beginnt, können sich einzelne Krebszellen davon lösen oder auch nicht. Diese Zellen können im Blutstrom wegtransportiert werden oder sich auch in der natürlichen Flüssigkeit wegbewegen, der so genannten Lymphe, die das Lungengewebe umgibt. Die Lymphe fliesst durch feine Röhren, die so genannten Lymphgefässe, die sich in Sammelstationen entleeren, so genannte Lymphknoten. Dies sind kleine, bohnenförmige Organe, die an der Infektabwehr beteiligt sind. Lymphknoten befinden sich in den Lungen, in der Mitte des Brustraums und an anderen Orten des Körpers. Der natürliche Fluss der Lymphe aus den Lungen heraus ist auf das Zentrum des Brustraums zu. Dies erklärt, warum Lungenkrebs sich häufig dahin ausbreitet. Wenn eine Krebszelle den Ort ihres Ursprungs verlässt und sich in einen Lymphknoten hinein bewegt oder auch durch den Blutstrom in einen weiter entfernt gelegenen Körperteil, nennt man es Metastasierung.

Die Lokalisation und Grösse des ursprünglichen Lungentumors und ob er sich in Lymphknoten oder an weiter entfernte Orte ausgedehnt hat, bestimmt das Stadium des Lungenkrebses. Die Art des Lungenkrebses (nicht-kleinzellig oder kleinzellig) und das Stadium der Krankheit (besprochen später beim Staging) entscheiden, welche Art von Behandlung benötigt wird.

Statistik

Im Jahr 2008 wird bei ca. 215’020 Erwachsenen (114'690 Männer und 100'330 Frauen) in den Vereinigten Staaten ein Lungenkrebs diagnostiziert. Lungenkrebs ist der zweithäufigste Krebs, sowohl bei Männern als auch bei Frauen und es ist die Hauptursache der Krebstodesfälle, sowohl für Männer als auch für Frauen. Es wird geschätzt, dass sich dieses Jahr 161'840 Todesfälle (90'810 Männer und 71'030 Frauen) ereignen werden aufgrund dieser Erkrankung. Von allen Menschen mit Lungenkrebs zusammen genommen beträgt die Einjahres-Überlebensrate nach einem Jahr 41 % und nach fünf Jahren 15 % (Prozent der Personen, die nach der Krebsdiagnose mindestens ein bzw. fünf Jahre überleben, ausgeschlossen diejenigen, die an einer anderen Krankheit sterben).

15 % aller Krebsdiagnosen und 29 % aller krebsbedingten Todesfälle fallen auf Lungenkrebs. Bei den Männern haben die Sterberaten ständig abgenommen seit 1991 und zwar um beinahe 2 % jedes Jahr. Die Sterberate für Frauen mit Lungenkrebs nimmt nicht mehr so rasch zu nach einem Jahrzehnte dauernden Anstieg. Aus unklaren Gründen haben schwarze Männer die höchste Inzidenz und die geringste Überlebensrate bei Lungenkrebs.

Diese Statistiken dürfen nicht als Todesurteil verstanden werden. Es ist wichtig daran zu denken, dass Statistiken sich nicht auf einen individuellen Patienten beziehen. Kein Arzt kann einem Patienten sagen, wie lange er mit Lungenkrebs wird leben können. Einige Patienten, denen man sagt, dass ihr Lungenkrebs heilbar ist, werden nicht so lange leben wie Patienten, denen man mitgeteilt hat, dass ihr Krebs nicht heilbar ist. Es ist sehr wichtig daran zu denken, dass Lungenkrebs in jedem Stadium behandelbar ist und dass gezeigt werden konnte, dass diese Behandlungen den Menschen helfen, länger und besser zu leben, trotz der Diagnose eines Lungenkrebses.

Krebsüberlebensstatistiken sollten mit Vorsicht interpretiert werden. Die obigen Schätzungen basieren auf Zahlen von Tausenden von Fällen dieser Krebsart in den Vereinigten Staaten jedes Jahr, aber das aktuelle Risiko für ein einzelnes Individuum kann unterschiedlich sein. Weil die Überlebensstatistiken in Fünfjahres-Intervallen (oder gelegentlich Einjahres-Intervallen) gemessen werden, zeigen sie möglicherweise zu wenig Fortschritte, die in Diagnostik und Behandlung dieses Krebses gemacht wurden.

Die Statistiken sind adaptiert von der Publikation der American Cancer Society, Cancer Facts & Figures 2008.



Last Updated: July 20, 2009

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